Im Kampf um die Mehrheit im US-Senat rückt Alaska in den Fokus der Beobachter. Obwohl der Bundesstaat traditionell republikanisch wählt, liegt die demokratische Kandidatin Mary Peltola derzeit in den Umfragen vorne. Ian Hartman von der Universität Alaska Anchorage bezeichnet das Rennen als eines der drei oder vier wichtigsten, wenn nicht gar als das entscheidendste für die Zusammensetzung des Senats.
Ein zentraler Faktor sind die indigenen Gemeinschaften, zu denen Peltola selbst als Angehörige des Volkes der Yup’ik gehört. Sharon Hildebrand, Vorsitzende der Tanana Chiefs Conference, betont, dass diese Gruppen 25 Prozent der Wahlberechtigten ausmachen. Bisher gehen jedoch nur elf Prozent dieser Bevölkerung zur Wahl, weshalb die Mobilisierung dieser Wählergruppe nun eine Schlüsselrolle spielt.
Die wirtschaftliche Lage beeinflusst die Stimmung massiv, da steigende Lebensmittel- und Kraftstoffpreise in dem weiten Staat besonders stark spürbar sind. Brooke Wright aus der Gemeinschaft der Koyukon Athabaskan berichtet, dass ihr Gehalt nicht mehr ausreiche. Sie führt die extremen Preissteigerungen für Benzin und Diesel auf den Iran-Krieg zurück, dessen Folgen kleine Dörfer mit 100 bis 500 Einwohnern hart treffen.
Auch die Handelspolitik von Donald Trump sorgt für Frustration, insbesondere auf der Fischerinsel Kodiak. Kapitän Jake Everich berichtet von Ersatzteilen, deren Preise durch Zölle von 500 auf 1.000 Dollar gestiegen sind. Bürgermeister Terry Haines ergänzt, dass die hohen Dieselpreise viele Fischer an der Grenze zur wirtschaftlichen Unfähigkeit treiben, da die Kosten den Betrieb ihrer Schiffe gefährden.
Neben ökonomischen Themen prägen taktische Manöver den Wahlkampf. Die Demokraten haben laut New York Times nach Personen gesucht, die denselben Namen wie der republikanische Amtsinhaber Dan Sullivan tragen, um Verwirrung zu stiften. So kandidiert nun ein pensionierter Lehrer namens Dan Sullivan als Strohmann, eine Strategie, die zwar als unethisch gilt, aber in der US-Wahlgeschichte nicht neu ist.



